Benutzer Password
Name/PLZ/Stadt eingeben
PLZ-Deutschlandkarte

Richtig abkühlen mit dem Saunaguss nach Kneipp

Richtig abkühlen mit dem Saunaguss nach Kneipp
Foto: Verband Deutscher Kneippheilbäder und Kneippkurorte
Kaltwasseranwendungen sind ein wichtiger Bestandteil des Saunabadens. Das Wechselbad Sauna kombiniert kräftige Heiß- und Kaltreize und stellt auf diese Weise ein intensives Gefäßtraining dar, das  „abhärtend“ aber auch kreislaufanpassend, stoffwechselanregend und vegetativ stabilisierend wirkt. Nach dem wärmeintensiven Aufenthalt im Saunaraum  beginnt die Abkühlphase an der frischen Luft, um zunächst die Atemwege abzukühlen. Diese erste Abkühlung sollte kurz sein und darf keinesfalls zum Frösteln führen. Gleich danach erfolgt die zweite mit Kaltwasser. Dadurch ziehen sich unter anderem die Blutgefäße der Haut zusammen und die Herzfrequenz beruhigt sich. Hier empfiehlt sich neben der Schwallbrause alternativ der erweiterte Kneipp’sche Vollguss, der drei Zwecken dient: den Schweiß abspülen, Wärme entziehen und einen Kaltreiz auslösen. Dazu wird ein Gummischlauch mit einer Länge von mindestens 1,5 m und einem Durchmesser von ¾ Zoll oder ein Gießhandstück benötigt – ein gleichförmiger, weicher, voller Wasserstrahl, zirka vier bis fünf Zentimeter hoch, soll die Haut ummanteln. Die zweckmäßige Entfernung der Schlauchmündung vom jeweiligen Körperteil beträgt fünf bis zehn Zentimeter. Keinesfalls darf das Wasser auf den Körper aufprallen oder spritzen. Das Gusstempo ist etwas schneller als beim therapeutischen Kneippguss.
 
Zuerst werden die Körperrückseite und dann die Vorderseite abgegossen. Der Guss beginnt stets auf der rechten Körperseite von der Peripherie (Füße, Hände) zum Rumpf hin ausgeführt. Man beginnt am rechten Fuß, führt den Wasserstrahl über Unter- und Oberschenkel zum Gesäß und an der Innenseite des Beines wieder abwärts. Das Gleiche geschieht mit links. Dann folgen rechte Hand – Arm – Schulter – rechte Rückenpartie bis zur Hüfte und die Wiederholung auf der linken Seite. Anschließend wird die Vorderseite in gleicher Weise abgegossen, und zum Schluss kommen Hals, Nacken und Gesicht an die Reihe.
 
Vorsicht ist jedoch bei Neigung zur Auskühlung geboten. Kalte Füße sind  zu vermeiden. Auch sollte man nach dem Saunaguss nicht unangekleidet herumstehen.  „Untrainierte“ mit einem labilen Kreislauf sollten nicht gleich mit dem Vollguss beginnen, sondern sich langsam durch Teilgüsse – Knieguss, Armguss, Schenkelguss – an den Wechselreiz gewöhnen. Vor dem Vollguss sollte die Herz- und Stirngegend abgekühlt werden.

Alternativ kann das Tauchbecken benutzt werden, sofern vorher der Schweiß abgespült wurde und kein Befund auf krankhaften Bluthochdruck vorliegt. Liegt dieser vor, sollte nur kühl abgossen werden.

Wichtig für die Wiedererwärmung ist ein sich an die Abkühlmaßnahmen anschließendes zirka 40 Grad Celsius warmes, knöchelhohes Fußbad, da dieses die Blutgefäße im ganzen Hautgebiet wieder erweitert. Voll wirksam im Sinne eines gezielten Gefäßtrainings werden die Fußwärmbäder, wenn man sie mehrmals im Wechsel mit erneuten Kaltanwendungen durchführt. Sie fördern dann den Hautstoffwechsel und verbessern die Wärmeregulation des Körpers. Außerdem hat die schnelle Erweiterung des arteriellen Blutgefäßnetzes den Vorteil, dass die leicht erhöhte Körperkerntemperatur wieder auf den Normalwert sinkt.

Kneipp’sche Wasseranwendungen eignen sich jedoch nicht nur zur Abkühlung in der Sauna, sie sind auch ein beliebtes Mittel zur „Abhärtung“ für die regelmäßige Anwendung zu Hause.  Befindlichkeitsstörungen und selbst Begleiterscheinungen von Krankheiten können damit gezielt behandelt werden: So ist der Abguss nach Kneipp vor allem bei Stoffwechselstörungen, Müdigkeit usw. besonders geeignet. Das warme Fußbad empfiehlt sich etwa bei Schlafstörungen und chronischen Infekten der oberen Luftwege, bei Abwehrschwäche oder chronisch kalten Füßen, da es durchblutungs- sowie schlaffördernd, beruhigend und – über einen Fernreiz – auch reflektorisch entspannend auf die Bauch- und Beckenorgane wirkt.

Jeder Mensch jeden Alters, ob gesund oder krank, kann mit den Mitteln der Kneipp-Wassertherapie, fein dosiert, seine Abwehrfähigkeit und Lebensqualität verbessern sowie Körpergefühl und Wohlbefinden deutlich steigern.

Dr. med. Robert M. Bachmann
www.drbachmann.de

 
  • Körper-Rückseite
  • Körper-Vorderseite
  • Abschluss
  • Wichtig!

  • Anwendung
  • Kontraindikationen
  • Was wird dazu benötigt?
  • Besondere Bemerkungen